Das ajz hat es in die Jungle World geschafft

In der Jungle World von dieser Woche steht ein Artikel über das ajz bielefeld. Letzte Woche sollte dort eine Veranstaltung der Antifa AG über Antiziganismus und Antisemitismus mit Karl Pfeifer stattfinden. Nur wurde das kurzfristig von der Kneipengruppe verhindert.
Ich wollte da erst hin, aber zum Glück passte mir das zeitlich nicht, denn dann hätte ich vor verschlossenen Türen gestanden.

Der Grund für das Veto der Kneipengruppe in der Hausversammlung ist der, dass Karl Pfeifer angeblich als Mitglied einer israelischen Militäreinheit von 1947-1949 an einem Massaker an Palästinensern teilgenommen hätte.

Blickwinkel beschreibt die Hausversammling folgendermaßen:
So wurde sich Aussagen wie „Er ist ja Zionist…“ und „Mit Mitgliedern des ‚Schwarzen September‘ machen wir ja auch keine Veranstaltung“ bedient, welche zu der allgemeinen Stimmung beitrugen. Insgesamt lässt sich sagen, dass diese Stimmung vor allem von einigen wenigen initiiert und aufrecht gehalten wurde, wobei die restlichen Anwesenden keinerlei Anstalten machten, sich von der Dynamik zu distanzieren und diese gar zu kritisieren.

Die Mechanismen die Blickwinkel beschreibt, sind nach meiner Erfahrung kein Einzefall, weder im ajo im besonderen, noch bei anderen angeblich basisdemokratisch organisierten Gruppen im allgemeinen. So was nennt mensch auch informelle Hierachien.
Nur hat es in diesem Fall mehr Brisanz. Insbesondere da die Ablehnung nur auf Gerüchten beruhte. Diese Gerüchte haben dabei bei einigen dazu geführt das Freund-Feind-Schemata wach zurufen.

Ergänzung (30.11):

Nachdem ich heute eine Diskussion in der Straßenbahn über das Thema belauscht habe, muss ich einiges ergänzen. Ich denke nicht das bestimmte Auswüchse des Zionismus nicht kritisiert sollten und Antizionismus ist nicht identisch mit Antisemitismus, denn es gibt ja auch antizionistische jüdische Israelis.
Nur in diesem Fall wurde schlicht und ergreifend die Unschuldsvermutung außer Kraft gesetzt, weil er auf Grund von Gerüchten ausgeladen wurde. Es sei denn Karl Pfeifer wird vorgehalten Mitglied einer bewaffneten israelischen Gruppe gewesen zu sein. Er ist dort mit 17 Mitglied geworden und das nach den unmittelbaren Erfahrungen des Holocaustes.
Ganz davon abgesehen ging es bei diesem Vortrag nicht um Israel und Palästina, sondern um Antisemtismus und Antiziganismus heutzutage in Ungarn. Dies wird meist nicht gemeinsam thematisiert und daher ist es gerade wichtig wenn ein Holocaustüberlebender dies öffentlich macht.


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Kommentar

  1. 1 ein Seufzer über die Verhältnisse in der Szene 11. Dezember 2009 um 19:51 Uhr

    Das AJZ hat es mit diesem Skandal nicht nur in die Jungle World, sondern auch in die Jerusalem Post, Hareetz und Neue Westfälische geschafft…

    Und es geschafft, nun eine „Stellungnahme“ zu veröffentlichen, die das Ganze eher noch peinlicher macht:
    ajz-bielefeld.de

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